Hoffnung keimt erst spät auf

Nach dem zwischenzeitlichen 0:4 kamen die Jeddeloher auf 2:4 heran. Für die große Überraschung im DFB-Pokal reichte es aber nicht für den SSV.

Oldenburg /Jeddeloh Zwölf Minuten lang kochte so richtig Pokalstimmung am Sonntag im Oldenburger Marschwegstadion hoch: Gerade hatte Thorsten Tönnies in der 78. Minute für die Regionalliga-Fußballer des SSV Jeddeloh das 2:4 gegen den 1. FC Heidenheim aus der 2. Bundesliga erzielt, 4508 Fans honorierten das mit stehenden Ovationen und peitschten ihr Team mit einem Wechselgesang noch einmal nach vorn.

Zwölf Minuten, in denen die Hoffnung auf die große Überraschung und ein sensationelles Comeback in der ersten Runde des DFB-Pokals, in dem der SSV das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte mitspielte, aufkeimte. Die Spieler des Viertligisten aus dem Kreis Ammerland rannten und kämpften plötzlich und hatten durch Julian Bennert zwei kleinere Gelegenheiten, doch das dritte Tor wollte nicht mehr fallen. Stattdessen vollendete Kevin Lankford einen Konter der Gäste in der Nachspielzeit zum 2:5.

„Heidenheim war spielerisch in der Offensive echt gut, das hat mich aufgrund der Eindrücke aus der 2. Liga schon gewundert. Die körperliche Fitness und die Standardsituationen waren für mich die größten Unterschiede zu unseren Ligarivalen“, sagte Bennert, der das 2:4 von Tönnies vorbereitet hatte.

„Leider haben wir es nicht mehr drehen können. Wir haben nach dem 2:4 gesehen, was für uns möglich war“, sagte Tönnies. Über sein Tor im DFB-Pokal freute sich der Linksaußen zwar. „Ich hätte aber lieber in der Zeitung gelesen, dass ich Jeddeloh in die zweite Runde geschossen habe“, scherzte der 27-Jährige.

Jeddeloh hielt gegen den Favoriten eine Viertelstunde gut mit. Dann entstanden die ersten Gelegenheiten für die Gäste durch Marc Schnatterer (11. Minute) und Kolja Pusch (18.). Kurz darauf traf Sebastian Griesbeck (22.) aus kurzer Distanz zum 0:1.

Im weiteren Spielverlauf übernahm der Favorit die Kontrolle. „Wir haben Jeddeloh zweimal beobachten lassen, wollten hier konsequent und laufstark auftreten“, berichtete FC-Trainer Frank Schmidt. Gleich mehrfach stand in der Folge SSV-Torhüter Christian Meyer im Fokus. In der 32. und 39. Minute war er gegen Pusch beim 0:2 und 0:3 aber machtlos. Die einzige Jeddeloher Gelegenheit in Hälfte eins vergab hingegen Peer-Bent Wegener mit einem Kopfball (25.).

Im zweiten Durchgang entschieden die Gäste die Partie mit dem 0:4, das Robert Glatzel in der 56. Minute erzielte. Torhüter Meyer und der Pfosten verhinderten, dass die Heidenheimer weitere Treffer nachlegten, der SSV wirkte beeindruckt und schockiert.

Ganz ohne Gegenwehr wollten die Ammerländer die Partie aber nicht beenden. Der eingewechselte Fabian Istefo wurde im Strafraum gefoult, den Elfmeter verwandelte Lindemann zum 1:4 (75.). Und der Treffer gab dem SSV Rückenwind. Tönnies verkürzte auf 2:4 – und der SSV glaubte wieder an seine kleine Chance. „Wenn das dritte Tor fällt, geht vielleicht noch etwas“, sagte Bennert.

Auch für SSV-Kapitän Kevin Samide überwogen die positiven Elemente. „Ich denke, heute können alle Fans zufrieden nach Hause gehen“, sagte Samide: „Nach dem 1:4 haben wir gesehen, was passiert, wenn wir unser Spiel spielen. Der Glaube war da. Leider hatten wir in der ersten Halbzeit zu viel Respekt. Da haben wir das Spiel verloren.“

Quelle: https://www.nwzonline.de/fussball/oldenburg-jeddeloh-jeddeloh-unterliegt-1-fc-heidenheim-2-5-hoffnung-keimt-erst-spaet-auf_a_50,2,1138521545.html