Aktuelles aus dem Fußballverein SSV Jeddeloh II

Streit um Pokalmodus

Niedersachsens Dritt- und Regionalligisten kritisieren Vorgehen des NFV. Der Modus des Landespokals führt zu einer Auseinandersetzung. Vereine schließen sich zusammen.

Eine ernsthafte Auseinandersetzung um den Modus des Landespokals entwickelt sich derzeit zwischen den niedersächsischen Dritt- und Regionalligisten und dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV). Die Vereine wünschen sich eine Änderung der vor zwei Jahren neu eingeführten Austragungsmodalitäten, die sie für sportlich unfair halten. Der Verband stellt auf stur. Deshalb wenden sich jetzt neben dem Drittligisten SV Meppen die Regionalligisten TSV Havelse, SV Drochtersen/Assel, Lüneburger SK Hansa, SSV Jeddeloh, BSV Rehden und VfB Oldenburg mit einer gemeinsamen Presseerklärung an die Öffentlichkeit.

Worum geht es? „Bis vor zwei Jahren hatten wir einen Modus, der leistungsgerechter war“, sagt Wolfgang Lange vom TSV Havelse, Sprecher der niedersächsischen Regionalliga-Vereine, „alle Dritt-, Regional- und Oberligisten sowie die vier Bezirkspokalsieger haben eine gemeinsame Pokalrunde bis zum Finale ausgespielt. Die beiden Teilnehmer des Endspiels vertraten Niedersachsen im DFB-Pokal, der Gewinner trug zu Recht den Titel NFV-Pokalsieger.

"Unterklassige Vereine haben es in allen Pokalwettbewerben schwer sich gegen höher spielende Vereine durchzusetzen. Aber dieses Klein-gegen-Groß ist ein Merkmal aller Pokalwettbewerbe und das haben alle Teilnehmer auch jahrelang so akzeptiert." Doch ab Saison 2018/19 änderte der NFV vorherige Beteiligung der Vereine und zu deren allgemeinen Überraschung den Wettbewerbsmodus und seitdem gibt es zwei getrennte Pokalwettbewerbe. Zum einen ermitteln die Oberligisten und die vier Bezirkspokalsieger in fünf Pokalrunden mit Endspiel einen Sieger, der am DFB-Pokal teilnimmt. Zum anderen spielen die Drittligisten und Regionalligisten in vier Pokalrunden und Endspiel den Sieger und zweiten NFV-Teilnehmer am DFB-Pokal aus.

Dieser neue Modus sollte zwei Jahre getestet werden und die Probezeit ist jetzt vorbei. Am 11. November lud der NFV zur Videokonferenz ein. Mit dabei: der Verbandsspielausschuss sowie Vereinsvertreter der Regionalliga und Oberliga. Auf dem Tisch lagen neben dem alten und neuen Modus weitere Alternativen.

Alternative 3: Dritt-, Regional- und Oberligisten sowie Bezirkspokalsieger spielen eine gemeinsame Runde aus. Aber nur der Sieger des Endspiels kommt in den DFB-Pokal. Der zweite DFB-Pokal-Teilnehmer wird in einem Entscheidungsspiel zwischen Oberliga-Meister und bestplatziertem Regionalligisten ermittelt.

Alternative 4: Alle Dritt-, Regional- und Oberligisten sowie Bezirkspokalsieger werden nach regionalen Gesichtspunkten in zwei Gruppen geteilt. Die Sieger beider Endspiele erreichen den DFB-Pokal.

Hierüber sollten die Vereine im Vorfeld abstimmen. Klares Votum der Oberligisten: Alles soll bleiben, wie es jetzt ist. Wunsch der Dritt- und Regionalligisten: eine gemeinsame Runde mit allen Vereinen. Die Entscheidung fiel vorigen Samstag in Barsinghausen: „Ich durfte als Gast ohne Stimmrecht teilnehmen“, berichtet Wolfgang Lange, „doch unsere Argumente für Veränderungen waren chancenlos. Vor der Abstimmung wurde ich hinaus gebeten, der Oberliga-Vertreter durfte drinbleiben und mit abstimmen. Anschließend kam NFV-Präsident Günter Distelrath aus dem Sitzungssaal und informierte mich kurz, dass der Modus per einstimmigem Beschluss so bleibt wie gehabt. Lediglich das Recht zur Teilnahme an der TVÜbertragung am Tag der Amateure soll im Wechsel vergeben werden.“

Rigo Gooßen, Präsident des SV Drochtersen/Assel, ist empört über das Vorgehen des NFV: „Das war offensichtlich ein von vornherein abgekartetes Spiel, man wollte gar nichts ändern.“ Diesen Eindruck teilt Lange: „Die Schlacht haben wir verloren, der Unmut geht jedoch weiter. Im Nachhinein gesehen war dieses Ergebnis vorhersehbar. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, wonach die ganze Angelegenheit mit Videokonferenzen, Stellungnahmen und dem Entwickeln von Alternativen von Beginn an reine Zeitverschwendung und eine Summe von Alibiveranstaltungen war, um die aufmüpfigen Vereine zur Ruhe zu bringen."

Die Kritik der Vereine richtet sich aber auch gegen die Person Günter Distelrath der für diese Thematik einen fairen Prozess angekündigt hat. Lange: "Ob er dieser selbst gesetzten Vorgabe in seiner Doppelrolle als Präsident sowohl des Niedersächsischen wie auch des Norddeutschen Fußball-Verbandes gerecht werden konnte obliegt nicht unserer Bewertung. Als Präsident des NordFV ist er jedoch gehalten die Interessen der Regionalligavereine zu vertreten, auch gegen Widerstände in seinem anderen Haus in Barsinghausen. Eine präsidiale Unterstützung und ein klares Bekenntnis zu einem Entscheid per sportlichen Leistung auf dem Platz war für uns Regionalligisten leider nicht erkennbar."

Deshalb wählen Lange, Gooßen und die anderen Vereinsvertreter jetzt den Weg über die Presse. „Wir werden die Beschlüsse wohl nicht ändern, aber wir müssen die Öffentlichkeit wissen lassen, dass die niedersächsischen Regional- und Drittligisten keinerlei Lobby in Barsinghausen haben.“

Besonders für die Regionalligisten sind Einnahmen aus dem DFB-Pokal wichtig, denn sie spielen an der schwierigen Schnittstelle zwischen Profi- und Amateurfußball. Einerseits sind Personal- und Reisekosten sowie Verbandsabgaben hoch, andererseits die Erträge durch Fernsehgelder verschwindend gering. Zweivertretungen der Profiklubs in der Liga können solche finanziellen Herausforderungen stemmen, doch die kleineren Traditionsvereine kämpfen ständig um ihre Existenz. Mit ein Grund warum die Regionalligisten und auch der Drittligist SV Meppen dafür plädieren, zum alten und sportlich weitaus spannenderen Pokal-Modus zurückzukehren.

Ronald Maul, Geschäftsführer des SV Meppen, wünscht sich im Namen aller Vereine: „Es sollte wieder
einen richtigen NFV-Pokalsieger geben!“

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